Der Karpaltunnel wird durch die Handwurzelknochen einerseits, und ein
straffes Bindegewebsband andererseits gebildet. In ihm verlaufen ein Teil der
Sehnen der Finger und ein Nerv, der Nervus medianus. Dieser Nerv versorgt einen
Teil der Handmuskulatur und ist verantwortlich für die Empfindung der Handfläche
und der ersten drei Finger. Der Karpaltunnel stellt für den Nerven eine
Engstelle dar. Beim Karpaltunnelsyndrom besteht eine chronische Druckbelastung
des Medianusnerven. In der Regel liegt der Erkrankung eine Überlastung des
Handgelenkes zu Grunde. Diese führt zu einer örtlichen Entzündungsreaktion mit
einer Schwellung und Bindegewebs-Wucherung, sodass der Nerv eingeengt wird. Zu
Beginn der Erkrankung wird eine erhöhte Druckempfindlichkeit des Handgelenkes
bemerkt, sodass eine abgeknickte Lagerung (zum Beispiel im Schlaf) Beschwerden
verursacht. Das Karpaltunnelsyndrom ist eines der häufigsten Schmerzsyndrome des
Arms. Es äußert sich durch Kribbeln und Schmerzen im Bereich des Handgelenks und
den ersten drei Fingern der Hand. Die Beschwerden können bis in den
Schulter-Nacken-Bereich ausstrahlen. Am Anfang bestehen die Beschwerden oft
nachts. Häufig lassen sich die Beschwerden durch Schütteln oder Reiben lindern.
Bei weiter fortgeschrittenem KTS können die Schmerzen und Taubheitsgefühl
auch am Tage auft-reten. Durch eine länger bestehende Einengung des Nerven kann
sich eine stärkere Nerven-schädigung entwickeln, die mit einem Taubheitsgefühl
und Kraftlosigkeit der Hand einhergeht. Nicht selten kommt es auch zu einem
Schwund der Muskulatur des Daumenballens. Wenn die Schädigung über einen
längeren Zeitraum besteht, kann sie auch durch eine Behandlung nicht mehr
vollständig zurück gebildet werden. Im Rahmen der Operation, welche sowohl in
Allgemeinnarkose, als auch in regionaler Betäubung des Armes ausgeführt werden
kann, wird über einen kleinen Schnitt an der Handinnenfläche im Bereich
des Handgelenkes der Nerv freigelegt, sodass er wieder mehr Platz hat und die
chronische Entzündung langsam abklingen kann. Nach der Operation sollte die Hand
für etwa 4 Wochen geschont werden, um eine neuerliche Einengung durch
Narbengewebe zu vermeiden. Die typischen nächtlichen Schmerzen sind bereits nach
kürzester Zeit, gelegentlich bereits am Operationstag, verschwunden. |
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