Die Auswahl der Implantate für eine Brustvergrößerung ist keine leichte Entscheidung. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an verschiedenen Implantat-Arten, die man für den Eingriff verwenden kann. Welches Implantat das richtige ist, kann man nicht so einfach über den Kamm scheren. Die Entscheidung muss immer unter Abwägung verschiedenster Faktoren und gemeinsam mit der/dem behandelnden ChirurgIn getroffen werden.

Größe & Form der Implantate

Brustimplantate unterscheiden sich nicht nur die verschiedenen Größen voneinander. Es gibt auch unterschiedliche Oberflächen und Formen. Die Wahl der richtigen Größe lässt sich gemeinsam mit der/dem Ärztin/Arzt relativ einfach treffen. Mit den sogenannten "Sizern" kann die PatientIn ganz einfach Implantate in den BH einlegen. So wird eine mögliche neue Brustgröße vor Ort getestet. Auch ein mitgebrachtes Bild von dem gewünschten Ergebnis, ist oft hilfreich. So kann eine/ein erfahrene/r ChirurgIn recht schnell einschätzen, wie viel Milliliter bei der Patientin notwendig sind, um ein ähnliches Ergebnis zu erzielen.

Die Form des Implantats kann ebenfalls für das Endergebnis entscheidend sein. Tropfenförmige Implantate sorgen meist für ein natürlicheres Erscheinungsbild. Bei runden Implantaten ist ein Eingriff oft leichter nachvollziehbar. In dieser Hinsicht kommt es also sehr stark darauf an, welche Ästhetik sich die Patientin wünscht.

Oberflächen & ihre Auswirkungen

In unserem letzten Blogbeitrag haben wir uns intensiv mit den aufgerauten Implantaten und ihrem (zu Unrecht) schlechten Ruf beschäftigt. Wie wir bereits wissen, ist das Risiko einer Krebserkrankung durch ein aufgerautes Implantat verschwinden gering. Der große Vorteil an der rauen Oberfläche liegt jedoch darin, dass diese Implantate schneller und besser anwachsen. Dadurch lassen sich Risiken minimieren und die Wahrscheinlichkeit für eine notwendige Nachbesserung reduzieren. Wenn sich das aufgeraute Implantat besser mit dem Bindegewebe verbindet, wieso wird es dann nicht bei jeder OP verwendet? Die Antwort liegt in den verschiedenen Zugängen

Implantate & mögliche Zugänge

Brustimplantate werden klassisch durch die Unterbrustfalte eingeführt. In den letzten Jahren ist jedoch auch die Einbringung über die Achsel, der sogenannte axilläre Zugang, immer gängiger geworden. Bei dieser Art der Einbringung wird mit einer sehr kleinen Öffnung gearbeitet. Der Eingriff ist daher komplexer und benötigt größeres chirurgisches Können. Da die aufgerauten Oberfläche bei einem axillären Zugang "abstoppen" könnten, wählt man hier eher glatte Implantate. Auch die Form der Implantate spielt bei den verschiedenen Zugängen eine Rolle. Tropfenförmige Implantate lassen sich durch die Achsel schlechter einbringen, da sie im Gegensatz zu runden Implantate nicht gleichförmig sind. Nur bei einem Eingriff durch die Unterbrutfalte kann die richtige Lage des Implantats in der Brust garantiert werden.

Die Wahl des richtigen Implantats ist also komplex und sollte auf jeden Fall nicht leichtfertig getroffen werden. Eine/ein gute/r ChirurgIn wird sich immer ausreichend Zeit dafür nehmen und alle Optionen durchgehen.