Neue Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Liposuktion (Fettabsaugung) bei Krebs helfen soll.

Liposuktion könnte im Kampf gegen Krebs helfen.

Klingt absurd? Ist es aber gar nicht. Zumindest in der Theorie stehen die Chancen auf einen Erfolg bei dieser Methode gar nicht schlecht. Die Fettabsaugung ist mittlerweile nämlich weit mehr als "nur" kosmetische Methode.

Fettabsaugung als Therapie

Bei der Überlegung, ob eine Fettabsaugung Krebs bekämpfen kann, braucht es zunächst eine genauere Betrachtung der Krebstherapie. Ist die Krankheit bereits in den ganzen Körper vorgedrungen oder befindet sich in der Blutbahn, gibt es in der Regel wenige Alternativen zur Chemotherapie. Bei lokalen Krebsarten wie Tumoren können Mediziner*innen diese oft operativ entfernen. Wenn man Krebs also einfach "rausschneiden" kann, warum dann nicht auch absaugen? Ganz so einfach ist das Ganze aber nicht.

Bei Experimenten mit Mäusen konnten Wissenschaftler in der Krebstherapie bereits bahnbrechende Erfolge erzielen. Jene Tiere, die eine Liposuktion am Bauch hatte, zeigten ein um 75% niedrigeres Risiko für Melanome. Bei dieser Reduktion handelt es sich um einen stark signifikanten Unterschied. Warum die Behandlung gerade die Entwicklung von Hautkrebs beeinflusst, ist noch nicht erforscht. Alle Mäuse bei denen sich das Risiko reduziert hat, hatten im Vorfeld fettreiche Kost gefressen und waren dementsprechend übergewichtig. Außerdem hatten alle Versuchstiere im Vorfeld eine regelmäßige Bestrahlung mit UV-Licht erhalten. Jene Tiere, die fettarme Nahrung erhalten hatten, waren jedenfalls nicht weniger gefährdet, Melanome zu bekommen.

Es zeigt sich also ein deutlicher Zusammenhang zwischen Übergewicht durch fettreiche Ernährung und Krebsrisiko nach einer Fettabsaugung - zumindest bei Mäusen. Natürlich ist eine genaue Umlagerung der Ergebnisse auf den Menschen nicht möglich. Um hier eindeutige Aussagen treffen zu können, wird es noch einige Jahre an Forschung benötigen. Trotzdem sind die Ergebnisse des Experiments wegweisend und ein guter Anhaltspunkt für weitere Studien.

Allround-Talent Liposuktion

Aber nicht nur bei der Krebstherapie sind mit Liposuktion wichtige Meilensteine möglich. Chirurg*innen wenden die Methode auch seit Jahren erfolgreich bei Lipödemen an. Bei der Krankheit, unter der vor allem Frauen leiden, bilden sich vor allem an Armen und Beinen Fettansammlungen. Diese sind völlig unabhängig von Übergewicht oder Ernährung und lassen sich kaum therapieren. Oft leiden die Patient*innen auch unter Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Mithilfe einer Fettabsaugung ist es möglich, den Frauen ein Stück Lebensgefühl wiederzugeben.

Abgesehen von diesen Anwendungsgebieten gibt es die Liposuktion natürlich auch weiterhin im klassischen Sinne. Von Absaugungen an Gliedmaßen, über das altbekannte Doppelkinn, bis hin zum Bauch ist eine Entfernung von ungewünschten Fettpölsterchen so gut wie überall möglich. Die Ausfallzeit beträgt nur rund eine Woche; in manchen Fällen kann der Eingriff sogar ambulant erfolgen. Nicht ohne Grund ist die Fettabsaugung mittlerweile auf Platz eins der beliebtesten Eingriffe weltweit.

Obwohl die Forschung auf dem Gebiet der Liposuktion noch in den Kinderschuhen steckt, ist zumindest Eines eindeutig: sie kann das Risiko für gewisse Arten von Krebs drastisch reduzieren. Die Fettabsaugung ist also weit mehr als eine rein ästhetische Methode. In vielen Fällen kann sie Patient*innen das Leben erleichtern - und in Zukunft diese vielleicht sogar retten.