Die tubuläre Brust – Ursachen und Behandlung

Bei der Tubulären Brust bildet sich die Brust schlauchartig aus und weist darüber häufig Asymmetrien und vergrößerte Brustwarzen auf. Diese, nicht selten vorkommende Art der Brustfehlbildung, stellt häufig eine große Belastung für Betroffene dar. Im folgenden Blogpost informieren wir Sie über die Ursachen, Merkmale und Behandlungsmöglichkeiten der tubulären Brust.

WAS IST EINE TUBULÄRE BRUST?

Bei der tubulären Brust handelt es sich um eine genetisch bedingte Brustdeformität. Durch die schlauchartige Ausbildung der Brust wird sie häufig unschön als “Schlauchbrust”, “Rüsselbrust” oder “Röhrenbrust” bezeichnet. Es kann nur eine oder beide Brüste betroffen sein, was zu signifikanten Asymmetrien führen kann. Seit 2014 wird diese Fehlbildung als international anerkannte Krankheit eingestuft. Das ist die gute Nachricht: Heute kann eine tubuläre Brust erfolgreich behandelt werden, und ein schönes Endergebnis erzielt werden.

weibliche Brust, Brüste in beigem BH, Bild zum Thema: Die tubuläre Brust – Ursachen und Behandlung

WAS SIND DIE URSACHEN EINER TUBULÄREN BRUST?

Wie bereits erwähnt, ist die tubuläre Brust eine angeborene oder genetisch bedingte Fehlentwicklung der weiblichen Brust. Das heißt auch, dass niemand die Ausbildung einer tubulären Brust selbst beeinflussen könnte und das oftmals “hängende” Aussehen der Brust kein Resultat einer Gewichtsabnahme oder der Stillzeit ist.

Mittlerweile herrscht Konsens darüber, dass ein Überschuss an Kollagen im Bindegewebe innerhalb der Brust zu der Ausbildung eines straffen Faserringes an der Brustbasis führt. Das Brustdrüsengewebe, welches sich bei der Entwicklung nicht vollständig entfalten kann, fällt durch diesen Ring vor, wodurch die markante, schlauchartige Form entsteht. Zum Vorschein tritt die tubuläre Brust bereits während der Pubertät, wenn das Brustwachstum einsetzt.

WELCHE MERKMALE WEISST EINE TUBULÄRE BRUST AUF

Auch wenn jeder tubulären Brust dieselbe Entwicklungsstörung zugrunde liegt, kann das Aussehen der Brüste sehr divers sein. Zwischen den betroffenen Frauen sind häufig starke Unterschiede erkennbar.

Folgende Merkmale sind bei einer tubulären Brust zwangsläufig vorhanden:

  • Eine schmale Brustbasis, was zu einem schlauchartigen Aussehen führt
  • Die untere Brusthälfte ist unterentwickelt, das heißt der Abstand zwischen Unterbrustfalte und Brustwarze ist sehr gering

Außerdem sind folgende Merkmale charakteristisch:

  • ein vergrößerter Brustwarzenvorhof, die Brustwarzen zeigen häufig nach unten
  • wenig Brustdrüsengewebe
  • Asymmetrie der beiden Brüste

Eine tubuläre Brust kann mehrere dieser anatomischen Facetten aufweisen.

tubuläre Brust und "normale" Brust

                                                               tubuläre Brust                                "normale" Brust

Wir wollen an dieser Stelle unbedingt anmerken, dass Brüste in allen Formen und Größen auftreten und darüber hinaus über 90 % aller weiblichen Brüste nicht symmetrisch sind!
Durch die Kombination dieser Merkmale bei einer tubulären Brust weicht das Aussehen jedoch meist stark von der “Idealvorstellung” der weiblichen Brust ab und Betroffene berichten häufig von einer ausgeprägten psychischen Belastung. Auch der Kauf von passender Unterwäsche wird bei einer ausgeprägten Asymmetrie leider oft zu einer Unmöglichkeit.

WIE KANN EINE TUBULÄRE BRUST BEHANDELT WERDEN?

Eine tubuläre Brust bring keine Schmerzen mit sich, wodurch der Wunsch nach einer Veränderung vor allem ästhetischer Natur ist. Mit Hilfe eines BHs oder von Prothesen kann die tubuläre Brust zwar kaschiert werden, eine Behandlung kann aber nur durch einen operativen Eingriff erfolgen.

Da jede Patientin individuell und das Krankheitsbild der tubulären Brust facettenreich ist, unterscheidet sich auch die Art der Behandlung. Es ist notwendig, auf die anatomischen Voraussetzungen, die ästhetischen Ansprüche und die zukünftige Lebensplanung der Patientin Rücksicht zu nehmen und in die Planung mit einzubeziehen. Das Brustwachstum muss zum Zeitpunkt des Eingriffs jedenfalls abgeschlossen sein.

Grundsätzlich werden die drei folgenden Behandlungsmethoden unterschieden, welche aber auch kombiniert werden können.

Behandlung mit Eigenfett:

Die Behandlung einer tubulären Brust kann mit Hilfe einer Unterfütterung von Eigenfett, welches zuvor an einer anderen Stelle abgesaugt wird, erfolgen. Durch das Lipofilling kann die Brust sowohl neu geformt, als auch moderat vergrößert werden. Der Fetttransfer erfolgt dabei in mehreren Sitzungen, da pro Behandlung nur eine bestimmte Menge an Fett transplaniert werden kann. Das liegt einerseits daran, dass Patientinnen mit einer tubulären Brust meist nur über sehr wenig Eigengewebe verfügen, da besonders die Unterbrust nur gering ausgebildet ist. So erfolgt die Dehnung der Haut nach und nach. Darüber hinaus heilen nicht alle Fettzellen, die eingebracht werden auch optimal ein und verbleiben dadurch dauerhaft an der Stelle. Ein Vorteil dieser Methode ist, dass hier keine sichtbaren Narben entstehen und kein Fremdkörper implantiert wird. Das Ergebnis und die Anzahl der Sitzungen sind aber leider nicht so gut planbar wie mögliche Alternativen, da im Vorhinein nicht abschätzbar ist, wie viel der transferierten Fettzellen einwachsen werden.

Nach unseren Erfahrungen führt diese Methode nur bei leichten Fällen zu einem wünschenswerten Ergebnis. Sind die Merkmale der tubulären Brust stark ausgeprägt, müssen andere Optionen in Betracht gezogen werden. Ein Lipofilling kann aber in einem Kombinationseingriff, ergänzend zu anderen Methoden, herangezogen werden um die untere Brusthälfte zu vergrößern und somit ein harmonisches Ergebnis zu erzielen.

Weitere Infos zu Lipofiling im Allgemeinen können sie hier nachlesen.

Neuformung der Brust durch Ausbreitung des Drüsengewebes (“Unfurling”):

Bei dieser Operationsmethode wird nach einem Schnitt um den Brustwarzenhof der Bindegewebsring, welcher zu straff ausgebildet ist, aufgelöst. So kann sich das Gewebe in der Brust gleichmäßig entfalten und eine runde Form entstehen. Um die untere Brusthälfte auszubilden, wird ein zusätzlicher Gewebslappen aus der oberen Brust nach unten geklappt und die Höhe der Brustfalte korrigiert, sodass am Ende eine schöne, natürliche Brustform entsteht.

Ist der Brustwarzenvorhof zu groß ausgebildet, kann dieser zusätzlich verkleinert und neu platziert werden. Dies erfolgt über denselben Schnitt um die Brustwarze, es entstehen also keine weiteren Narben. Diese Methode wird vor allem angewendet, um die Form der Brust zu verändern. Wenn die Patientin zusätzliches Volumen wünscht, kann dieser Eingriff in Kombination mit den anderen, vorgestellten Eingriffen durchgeführt werden.

Brustimplantate:

Wenn nur sehr wenig Eigengewebe vorhanden ist und die Patientin eine deutlichere Vergrößerung wünscht, ist das Einsetzen von Brustimplantaten eine vielversprechende Behandlungsmethode. In den meisten Fällen wird das Implantat nicht als alleinige Korrekturbehandlung, sondern nur in einem Kombinationseingriff angeboten. Der Grund dafür ist, dass die spezielle Form der tubulären Brust nicht mit einer “normalen” Brustvergrößerung behoben werden kann. Aufgrund der sehr schmalen Brustbasis und der Besonderheiten im Brustgewebe ist das Risiko, dass ein sogenannter "Double Bubble Effekt” entstehen könnte, sehr hoch. Dieser Effekt zeigt sich dadurch, dass die Unterbrustfalte praktisch doppelt zu sehen ist. Somit sind statt nur einer Erhebung gleich zwei sichtbar, nämlich die eigentliche Unterbrustfalte und das Implantat, das sich darunter abzeichnet.
Eine vielversprechende Lösung ist daher die zusätzliche Neuformung der Brust, wie oben beschrieben. Das Implantat kann über den Schnitt um die Brustwarze eingesetzt werden, sodass keine weiteren Narben entstehen.

Auch wenn das Endergebnis nach dem Einsetzen eines Implantats größer ausfällt, kann in vielen Fällen nicht dieselbe Größe wie bei einer Brustvergrößerung ohne tubulären Komponenten erzielt werden. Der Grund ist die deutlich kleinere Brustbasis, die gewissermaßen ein anatomisches Limit vorgibt.

Weitere Infos zu Brustvergrößerung mit Implantaten im Allgemeinen können sie hier nachlesen.

ÜBERNIMMT DIE KRANKENKASSE DIE KOSTEN EINER BEHANDLUNG?

In einigen Fällen ist es möglich, dass die Krankenkasse die Kosten einer operativen Behandlung der tubulären Brust übernimmt. Meistens ist das bei einer besonders ausgeprägten Fehlentwicklung und/oder schwerwiegender psychischer Belastung der Fall. Auch die gewählte Operationsmethode ist ein Faktor, der mit einfließt. Vor der Behandlung kann sich die Patientin daher mit einem Befund der Ärztin oder des Arztes an die Krankkasse wenden und, falls vorhanden, auch ein Gutachten über psychische Beschwerden hinzufügen.

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