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In China verwenden Frauen Gua Sha bereits seit Jahrhunderten. Jetzt ist die uralte Technik auch zu uns übergeschwappt. Angeblich soll die Gesichtsmassage Falten mindern und sogar Wechseljahresbeschwerden lindern können. Wir haben den Trend auf Herz und Nieren geprüft.

Edelsteine gegen Falten

Bei Beauty-Bloggern auf der ganzen Welt sieht man sie jetzt ständig. Roller und herzförmige Tools aus Jade, Rosenquarz und Amethyst. Sie gelten als die neuen Anti-Aging-Mittel schlechthin. Wie das funktionieren soll? Nicht, wie man vielleicht annehmen könnte, über eine heilende Kraft der Edelsteine. Mit spirituellem Humbug hat Gua Sha nämlich wenig zu tun. Die Methode ist ganz im Gegenteil mittlerweile sogar teils wissenschaftlich belegt.

Rollen für die Schönheit

Das Prinzip ist eigentlich einfach: Allmorgendlich streift man mit einem der Tools über die Haut an Gesicht, Hals und Dekolleté. Ganz wichtig ist es dabei, im Gesichtsbereich immer in einer Aufwärtsbewegung zu arbeiten. Außerdem sollte unbedingt vorher ein Öl verwendet werden, damit das Tool gut über die Haut gleiten kann. Pro-Tipp: Viele Frauen bewahren ihre kleinen Helferlein im Kühlschrank auf, um die kühlende Wirkung des Edelsteins noch zu verstärken.

Durch die sanfte Massage wird schließlich der Lymphfluss angeregt. Schlacke und Giftstoffe können schneller abtransportiert werden. Die Haut wird stärker durchblutet und die Collagenbildung angeregt. Es tritt ein Anti-Aging-Effekt ein. Rötung sind bei dem Prozess völlig normal und sogar gewollt. Sie sollten nach kurzer Zeit wieder von selbst verschwinden.

Straffe Haut durch Massage

Es heißt, wer positive Effekte mit Gua Sha erzielen möchte, muss die Methode regelmäßig anwenden. Nun stellt sich die Frage: Ist es den Aufwand auch wirklich wert?

Studienergebnisse zeigen, dass die Massage-Technik positiv auf Beschwerden in den Wechseljahren auswirkt. Zur straffenden Wirkung auf die Haut gibt es leider keine eindeutigen Erkenntnisse. Fest steht - wer Falten nachhaltig und effektiv bekämpfen möchte, sollte weiterhin zu Mitteln wie Botox oder Hyaluron greifen. Die chinesischen Beauty-Tools können aber mit Sicherheit unterstützend wirken -  sei es nur zur Entspannung.

Ein Facelift ohne Skalpell - klingt zu schön, um wahr zu sein? Ist es aber nicht! Eine Gesichtsstraffung ohne Operation ist tatsächlich möglich: Dank dem Fadenlifting! Mithilfe dieser innovativen Methode werden kleinere, störende Fältchen im Gesicht nämlich schnell und einfach beseitigt. Das Fadenlifting zaubert im Handumdrehen ein strafferes, jüngeres Aussehen. Hängende Mundwinkel und Hamsterbäckchen gehören damit endlich der Vergangenheit an. Je nach Voraussetzungen kann ein Fadenlifting sogar um bis zu 10 Jahre jünger wirken lassen!


Wie funktioniert das Fadenlifting?


Bei einem Fadenlifting werden im Gesicht 4 bis 6 hauchdünne Fäden unter der Haut eingebracht. Mithilfe dieser Fäden wird das Gesicht behutsam und schonend gestrafft. Die Fäden lösen sich nach einiger Zeit von selbst auf und an ihre Stelle tritt ein festeres, strapazierbares Bindegewebe. Das Ergebnis ist absolut natürlich und dezent und wird im Gegenteil zu einem Facelift, teilweise bereits gleich nach der Behandlung ersichtlich. Nach zwei bis drei Wochen ist dann schon das vollständige Ergebnis zu bewundern. Ein großer Vorteil der Behandlung ist, dass sich schon nach kurzer Zeit nicht mehr feststellen lässt, dass sie je stattgefunden hat. Es treten (im Regelfall) keinerlei Schwellungen, Blutungen oder Hämatome auf. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Behandlung ambulant, mit lokaler Betäubung durchgeführt wird und nur in etwa eine halbe Stunde dauert.

Wo ist der Haken?


Ganz einfach, es gibt keinen! Das Fadenlift ist risikoarm und für den Großteil der PatientInnen zwischen 30 und 50 mit leichter bis mittelschwerer Faltenbildung ideal geeignet. Einzig bei sehr stark erschlafftem Gewebe kann es sein, dass ein operatives Lifting die einzige Möglichkeit ist, um eine Straffung herzustellen. Auch für PatientInnen, die sich ein dauerhaftes Ergebnis wünschen, ist ein Facelift vielleicht die bessere Wahl. Das Fadenlifting weist nämlich eine Haltbarkeit von bis zu zwei Jahren auf. Ob ein Fadenlifting im Einzelfall in Frage kommt, kann am besten im Erstgespräch mit der behandelnden Ärztin/dem behandelnden Arzt geklärt werden.

Die Schamlippenkorrektur (auch Labienkorrektur oder Labioplastik genannt) ist einer der am häufigsten durchgeführten Eingriffe in unserer Ordination. Rund um das Thema Schamlippenkorrektur kursieren aber auch etliche Gerüchte und Vorurteile. Grund genug, die "boomende" Operation ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Was ist dran an der Panikmache? Welche Risiken gibt es wirklich? Welche Vorurteile sind berechtigt? Wir haben das Internet durchforstet und erklären, warum die OP so beliebt ist.

Medizinische Gründe für eine Schamlippenkorrektur

Schamlippenkorrekturen können auch medizinische Gründe haben. Wenn die inneren Schamlippen über die äußeren herausstehen, kann das nämlich beim Sport und beim Sex sehr hinderlich bis sogar schmerzhaft sein. Die Größe der Schamlippen kann bereits bei der Geburt vorgegeben sein oder sich durch diverse Faktoren wie Geburten verändern.

Selbst wenn es "nur um die Optik" ginge, wäre das ein völlig legitimer Grund, eine Schamlippenkorrektur durchführen zu lassen. Jede Frau hat das Recht, sich in ihrem Körper wohl zu fühlen und diesen nach ihren Vorstellungen zu gestalten. Nicht nur körperliches, sondern auch seelisches Leid sollte immer ein ausreichender Grund für eine Veränderung sein.

Ästhetische Gründe für eine Schamlippenkorrektur

Ohne Frage haben Schamlippenkorrekturen oft auch rein ästhetische Gründe. Aber sollte man das in Kauf nehmen? Die Sorge, dass die erogenen Zonen der Frau und damit die Libido durch einen chirurgischen Eingriff in der Intimregion beeinträchtigt werden, ist oft ein Hemmfaktor. Auch in diesem Fall muss aber differenziert werden. Es stimmt, dass die Schamlippen und die Klitoris eine Einheit bilden. Sind die Schamlippen vergrößert, gilt das meistens auch für den Klitorismantel. Daher muss bei der Schamlippenkorrektur sehr präzise vorgegangen werden, um die Klitoris nicht zu beschädigen. Es ist folglich umso wichtiger, sich bei einem solchen Eingriff an eine/n erfahrene/n und geübte/n Chirurg/in zu wenden.

Eine Schamlippenkorrektur ist ein chirurgischer Eingriff und ist daher mit Schmerzen verbunden, dabei gibt es nichts zu beschönigen. Viele Menschen glauben aber, dass die Schmerzen bei einer Schamlippenkorrektur aufgrund der empfindlichen und gut durchbluteten Stelle unerträglich sein müssen. Das ist nicht der Fall! Die Schmerzen nach einer Schamlippenkorrektur lassen sich wie bei allen anderen Operationen mit Schmerzmitteln und der richtigen Nachsorge sehr gut in den Griff bekommen. Viele Frauen beschreiben das Gefühl nach der Operation eher mit einem "Wundsein".

Möglichkeiten

Eine Korrektur der inneren Schamlippen ist nur chirurgisch möglich. Da es sich aber um einen "kleineren" Eingriff handelt, wird dieser aber meist bei lokaler Betäubung durchgeführt und nur auf Wunsch in Anästhesie.

Wenn das Problem darin besteht, dass die äußeren die inneren Schamlippen nicht bedecken, dann kann auch ohne Skalpell nachgeholfen werden. In diesem Fall wird ein "Lipofilling" durchgeführt, also eine Einbringung von Eigenfett in die äußeren Schamlippen. Somit ist die Behandlung mit weniger Schmerzen verbunden und es kann mit einer kürzeren Rekonvaleszenz (Genesung) gerechnet werden.

2020 ist gerade einmal ein paar Tage alt und schon gibt es die ersten Prognosen für die Beauty-Trends, die uns ins Haus stehen. Das Rich Girl Face ist dabei ganz vorne mit dabei. Gemeint ist damit, ein Erscheinungsbild, das Luxus und Vermögen ausstrahlt. Das Understatement ist damit Geschichte. Kosmetische Eingriffe werden nicht mehr versteckt, sondern gewollt betont. Um den feinen Grad zwischen Harmonie und Übertreibung zu finden, braucht es mehrere Komponenten.

Makellose Haut

Das vergangene Jahr stand ganz im Zeichen der 10-stufigen Pflegeprozedur, der sich die Koreanerinnen täglich unterziehen. "Glass Skin", also perfekt durchfeuchtete Haut, die von innen zu leuchten scheint, war dabei das Ziel. Auch 2020 bricht der Trend hin zu gesunder und praller Haut nicht ab. Der Aufwand dafür ist aber deutlich geringer als bei der K-Beauty-Routine, die 2019 der letzte Schrei war.

Eine essentielle Komponente des Rich Girl Face ist eine strahlende, makellose Haut. Die beliebteste Methode, um diesen Effekt zu erzielen, ist immer noch das PRP. Dabei entnimmt man Blut aus dem Gesicht, zentrifugiert es und bringt nur das Plasma wieder unter die Haut ein. Der Eingriff polstert die Haut förmlich auf und verleiht ihr einen luxuriösen Glow. Mit mehreren Sitzungen kann ein optimales Ergebnis herausgeholt werden. 

Volle Lippen

Lip-Filler waren der unaufhaltsame Beauty-Trend der letzten Dekade. Auch 2020 findet der Wunsch nach dem perfekten Kussmund keinen Abbruch. Während man es im vergangenen Jahr noch eher dezent wollte, gilt jetzt das Motto "mehr ist mehr". Wenn man schon etwas machen lässt, dann will man das auch zeigen. Hyaluronsäure bleibt somit weiterhin unangefochten die Nummer 1 bei den Eingriffen. Übertreiben darf man es aber trotzdem nicht. Schlauchbootlippen wirken nämlich nicht mehr "rich", sondern einfach nur billig. Erfahrene Plastische ChirurgInnen wissen um diesen feinen Unterschied und werden Sie Ihren richtig beraten.

Verführerische Katzenaugen

Eine weitere Komponente des Rich Girl Face sind mandelförmige, schräg stehende Augen. Sie wirken elitär und heben sich deutlich von der klassischen Gesichtsform ab. Erreicht werden kann dieser Effekt mit einem Brow-Lift. Grundsätzlich kann dieses auf mehreren Wegen erfolgen. Einerseits kann man mithilfe von Botox und Fillern die Muskeln rund um die Augenbrauen lähmen und die Gesichtspartie formen. Auch ein Fadenlifting kann an der Augenbrauenpartie zum Einsatz kommen, um diese anzuheben. Letztlich gibt es bei stark hängenden Augenbrauen noch die Möglichkeit einer chirurgischen Veränderung. Welche Methode die richtige ist, hängt stark von der PatientIn ab und wird gemeinsam mit dem/der behandelnden ÄrztIn entschieden.

Immer mehr Menschen bestellen sich Filler im Internet und unterspritzen sich selbst oder Bekannte mit Hyaluronsäure. Was sich anhört, wie eine Boulevard-Nachricht, ist leider traurige Realität.

Seit einiger Zeit kann man auf Verkaufs-Webseiten wie Amazon Filler mit hochkonzentrierter  Hyaluronsäure und die dazu passenden Spritzen kaufen. Zu Spottpreisen werden die medizinischen Produkte dort angeboten. Abnehmer_innen gibt es zur Genüge. Käufer_innen glauben, sich Geld und Zeit sparen zu können, indem sie sich den Gang zu Plastischen Chirurg_innen ersparen. Dass es sich dabei um einen gefährlichen Trugschluss handelt, wird schnell klar.

Gefährliche Selbstexperimente

Wer glaubt, dass für eine Unterspritzung keine besonderen Kenntnisse nötig sind, irrt sich gewaltig. Nicht ohne Grund, unterlaufen Plastische Chirurg_innen einer jahrelangen Ausbildung mit hohem Praxisanteil. Die Anatomie des menschlichen Gesichtes ist äußerst komplex. Will man etwas daran verändert, braucht es das nötige Know-how und ausreichend Erfahrung. Wenn man ohne Rücksicht auf Verluste Hyaluron unter die Haut spritzt, kann man dabei einiges falsch machen. Schlecht gespritzte Filler können zu irreversiblen Schäden führen. In den schlimmsten Fällen, können Teile der Haut sogar absterben.

Filler-Qualität geht vor

Nicht nur das Unterspritzen ist aber bei selbst gekauften Fillern ein Problem. Auch die Hyaluronsäure selbst, die im Internet frei verkäuflich ist, ist von minderwertiger Qualität. Sparfüchse fallen oft darauf rein, dass auf Verkaufsplattformen bekannte Präparate wie Resytlane oder Juvederm angeboten werden. Nach Aussage der Herstellerfirmen werden diese Produkte aber gar nicht frei verkäuflich über das Internet vertrieben. Sie werden ausschließlich an Arztpraxen weiterverkauft. Ergo müssen die Präparate auf Amazon und Co. gestohlen oder nachgemacht worden sein. Handelt es sich um Fake-Produkte kommt noch ein Risikofaktor hinzu. Denn was in diesen billig nachgemachten Fillern tatsächlich enthalten ist, weiß niemand. 

Sicherheit ist bei Fillern das A und O

Bei näherer Betrachtung wird schnell klar, dass Fake-Filler für absolut niemanden eine Option sein sollten. Wer sie benutzt riskiert die eigene Gesundheit und spart sich damit auf längere Sicht genau gar nichts. Um die Folgen einer schiefgegangenen Behandlung wieder auszubügeln, sind nämlich oft unzählige Gänge zu Plastischen Chirurg_innen notwendig. Eine professionelle und umsichtig durchgeführte Unterspritzung hat nicht ohne Grund ihren Preis. Der eigene Körper ist nicht der richtige Ort, um zu sparen.

schöne junge Frau

Frauen auf der ganzen Welt schwören auf den Trend

Halloween ist zwar offiziell vorbei aber der Vampirtrend bleibt. Wie das sein kann? Weil das Vampirlifting derzeit wieder in aller Munde ist. Bei dieser Methode wird körpereigenes Blutplasma zur Verjüngung der Haut verwendet.

Klingt gruselig, ist es aber eigentlich ganz und gar nicht. Die Behandlung geht schnell, ist weitgehend schmerzfrei und sorgt für einen anschließenden Wow-Effekt. Kein Wunder also, dass Stars und Sternchen weltweit darauf schwören.

Wie funktioniert das Vampirlifting?

Keine Frage, der Eingriff ist durchaus eine blutige Angelegenheit. Zuerst wird eine kleine Menge Blut aus den Venen abgezapft. Dieses wird anschließend zentrifugiert. Dadurch kann sich das Blut vom Plasma absetzen. Anschließend bringt man nur das Plasma mithilfe feiner Kanülen unter die Haut im Gesicht ein. In diesem Moment werden die bekannten "Grusel-Selfies" geschossen, bei denen die Patient_Innen einen blutüberströmten Eindruck machen. Tatsächlich ist dieser Vorgang aber weder sonderlich schmerzhaft noch angst einflößend. Er dient lediglich dazu, dass die Wirkstoffe des Blutplasmas besser in die Haut eindringen können.

Blutplasma als Wundermittel

Warum aber wird bei der Methode nur das Plasma wieder in die Haut eingebracht? Das Serum enthält Wachstumshormone und Thrombozyten in hochkonzentrierter Form. Aus diesem Grund hat das Vampirlifting auch seinen zweiten Namen erhalten: PRP (Platelet-rich Plasma). Durch die Wirkstoffe im Plasma wird die Kollagen-Produktion angeregt. Dadurch wird der Erneuerungsprozess der Haut quasi angekurbelt. Sie wirkt jünger, frischer und praller. Der Effekt hält in der Regel etwa ein Jahr an und kann nach Belieben erneuert werden.

Vampirlifting als Alternative zu Botox?

Von vielen Patient_innen wird das Vampirlifting dem Botox vorgezogen, weil dabei ausschließlich körpereigene Stoffe zum Einsatz kommen. Dazu kann man stehen, wie man möchte. Fest steht jedenfalls, dass sowohl Botox als auch PRP gerne auch präventiv angewandt werden und, dass beide Methoden ähnlich gute Ergebnisse erzielen. 

Die Augmented Reality Plattform Spark AR sorgte in letzter Zeit für Furore rund um ihre neuen Filter auf Instagram.

Mit diesen kleinen Helfern kann man nämlich Fotos und Videos von sich selbst den Anschein geben, man hätte sich einer Schönheits-OP unterzogen. Ungefährlich ist das laut Experten nicht: Viele UserInnen würden in weiterer Folge unter der sogenannten Snapchat Dysmorphia leiden. Dabei können sie sich von der durch die Filter "optimierten" Version ihres Gesichtes nicht mehr lösen und sind ständig unzufrieden mit sich selbst. Bereits im Vorfeld war Instagram aufgrund von Werbungen für wirkungslose Abnehmtees in die Bredouille geraten.

Filter als Vorbild

Mädchen mit Handy

Die Beeinflussung durch Social Media ist groß

Spark AR hat nun auch bei den neuen Schönheitsfiltern Konsequenzen gezogen und diese nach heftigem Gegenwind von der Plattform entfernt. Das Phänomen, das sich viele Menschen eine gefilterte Version von sich selbst wünschen, bleibt aber dennoch bestehen. Immer mehr PatientInnen kommen nun auch mit diesem Wunsch in die Ordination von Plastischen ChirurgInnen. Dass die Nachfrage nach Schönheits-OPs durch Snapchat und Co. generell zugenommen hätte, kann jedoch nicht festgestellt werden. Lediglich die Art der Nachfrage hat sich durch Augmented Reality verändert. PatientInnen wollen nun häufig nicht mehr wie jemand anderes aussehen, sondern wünschen sich schlicht und einfach eine ansprechendere Version von sich selbst.

Neue Idole

Diese Entwicklung ist grundsätzlich nicht abwertend zu betrachten. Gerade das Wegfinden von fremden Idolen und Vorbildern, die für den eigenen Körper unrealistisch sind, ist sicherlich ein positiver Effekt. Trotzdem ist wie immer bei plastischen Eingriffen Vorsicht geboten. Wichtig ist es zu wissen, warum sich PatientInnen eine Veränderung wünschen und psychologische Probleme im Vorhinein auszuschließen. Wer sich eine Schönheits-OP wünscht, sollte sich diesen Schritt immer gut überlegen, seine Gründe kennen und sich vor allem für die Entscheidung genug Zeit nehmen.

Oktober ist nicht nur der Monat der letzten Sonnenstrahlen und der goldenen Blätter. Auch Brustkrebs ist im Oktober ein präsentes Thema, denn es ist Breast Cancer Awareness Month! Warum das so wichtig ist? Weil Brustkrebs immer noch die am häufigsten auftretende Krebserkrankung bei Frauen im industrialisierten Raum ist. Eine von acht Frauen erkrankt zumindest einmal in ihrem Leben daran. Diese Zahlen erschrecken, wenn man sich noch nie mit dem Thema beschäftigt hat. Der Breast Cancer Awareness Month ist unheimlich wichtig, um nötige Aufklärungsarbeit zu leisten.

Brustkrebs rechtzeitig erkennen

Das A und O beim Thema Brustkrebs ist die Vorsorge. Obwohl von Brustkrebs in der Regel nur Frauen ab 40 betroffen sind, kann eine regelmäßige und gründliche Untersuchung der Brust nie schaden. Diese sollte durch einen optischen Check vor dem Spiegel sowie durch gründliches Abtasten der Brust und Achselhöhlen erfolgen. Wichtig ist es auf jeden Fall, den eigenen Körper gut zu kennen, um Veränderungen sofort bemerken zu können.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist die genetische Disposition. Bei einem Viertel aller Frauen, die an Brustkrebs erkranken, gibt es andere Fälle in der Familie. Wie hoch das erbliche Risiko aber tatsächlich ist, kann man nur im Einzelfall feststellen. Wenn Sie Bedenken haben, sollten Sie diese unbedingt mit einem Arzt besprechen.

Masektomie bei Brustkrebs

Ist das genetische Risiko sehr hoch, kann man eine vorsorgliche Masektomie andenken. Hierbei werden die Brüste entfernt, obwohl noch keine Tumorbildung vorhanden ist. So wird die Entstehung von Brustkrebs im Vorfeld effektiv verhindert. Der Bekanntheitsgrad dieser Methode ist 2013 durch die mediale Aufmerksamkeit rund um Angelina Jolies beidseitige Masektomie stark gestiegen. Sie hatte sich die Brüste aufgrund eines 70-prozentigen Risikos an Brustkrebs zu erkranken, vorsorglich entfernen lassen. Eine Masektomie ist ein großer Schritt und eine starke psychische und physische Belastung. Viele Frauen fühlen sich nach der OP nicht mehr weiblich und sehr unwohl.

Und nach dem Brustkrebs?

Ist die Gefahr einmal gebannt und die Brust erfolgreich entfernt, findet in der Regel  ein Wiederaufbau statt. Die meisten Frauen wünschen sich nach einer Masektomie ihre alte Weiblichkeit wieder zurück. Dank der Plastischen Chirurgie ist es möglich, ihnen dieses Gefühl wiederzugeben. Mithilfe von Implantaten oder Eigenfett kann man bei einer Brustkrebs-Patientin eine reguläre Brustvergrößerung durchführen. Je nach Wunsch der Patientin wird dann möglichst detailgetreu die ehemalige Brust rekonstruiert. Einer größeren oder kleineren Nachbildung steht aber natürlich auch nichts im Wege. Auch eine Rekonstruktion der Brustwarzen ist mithilfe neuester Methoden möglich. Hier arbeitet man mit einer Kombination aus Hauttransplantation und Tätowierung.

Ein kleiner aber wichtiger Trend erobert gerade die Schönheitssalons und Ordinationen dieser Welt. Tweakments, also "kleine Optimierungen", die aber viel bewirken können sind der neue Stern am Beauty-Himmel. Nicht ohne Grund werden diese Behandlungen auch gerne als "Lunchtime-Treatments" bezeichnet. Schließlich kann man sie schnell und einfach in einer Mittagspause durchführen lassen. Anschließend kann man ungehindert einfach wieder ins Büro gehen. Sie fragen sich jetzt, was für eine "magische" Behandlung das Tweakment sein sollen? Es sind einige altbekannte Klassiker dabei... 😉

Faltenbehandlungen - das klassische Tweakment

Wer bereits einmal Botox, Hyaluron oder Eigenfett spritzen hat lassen weiß, wie einfach und unkompliziert das sein kann. Gerade wenn PatientInnen regelmäßig zur Behandlung kommen, ist die Verschönerung im Handumdrehen vollzogen. StammpatientInnen brauchen nach einer Hyaluron-Behandlung oft nicht einmal zu zahlen. Klingt verrückt, ist es aber nicht. Hyaluron wird bei den meisten ÄrztInnen pro Ampulle verrechnet. Diese kann dann bei den folgenden Terminen aufgebraucht werden. Im Idealfall dauert ein Folgetermin für Filler also nur 15 Minuten - ideal für die Mittagspause eben.

Fadenlifting

Dieses Tweakment eignet sich perfekt für hängende und erschlaffte Hautpartien im Gesicht. Ein klassisches Facelift stellte einen größeren Eingriff dar, der doch eine längere Erholungszeit mit sich zieht. Das Fadenlifting im Gegenzug, ist eine minimalinvasive Behandlung. Sie wird meist in unter einer Stunde durchgeführt. Hierbei hebt man mit feinen, durchsichtigen Fäden bestimmte Gesichtspartien. So entsteht ein Liftingeffekt, der langanhaltend ist. Nach der Behandlungen können die PatientInnen direkt wieder nachhause (oder eben zurück ins Büro) gehen. Alles, was dann von der Behandlung noch merkbar ist, ist ein leichtes Spannungsgefühl im Gesicht.

Volle Lippen durch Tweakments

Mit Hyaluronsäure wird nicht nur Falten der Kampf angesagt. Auch vollere Lippen können mithilfe von Fillern modelliert werden. Je nach Wunsch der/des Pantientin/Patienten wird hier Ober- und/oder Unterlippen mehr Volumen hinzugefügt. So entsteht ein harmonischeres Gesamtbild. Je nach Wunsch kann auch hier der Einsatz von Fäden stattfinden. Die sogenannte Keyhole-Pout-Methode ist ein beliebter Weg, um in der Mitte der Unterlippe ein Grübchen hinzuzufügen. So entsteht ein natürlicher, praller Kussmund. Auch Lipfiller werden schnell und einfach in unter 30 Minuten angewendet. Eben wie es sich für ein richtiges Tweakment gehört.

In den letzten Wochen war das Thema "Brustimplantate und Krebs" omnipräsent. Auslöser für die Aufregung war, dass ein bekannter Hersteller von Implantaten seine Produkte vom Markt genommen hat. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass eine Verbindung zwischen Brustimplantaten mit einer aufgerauten Oberfläche und dem sogenannten Brustimplantat-assoziierten anaplastischen, großzelligen Lymphom (kurz BIA-ALCL) festgestellt werden konnte. Die Erkankung tritt im Durchschnitt erst 8 Jahre nach der Operation auf.

Die Implantat-Art macht die Musik

Auf den ersten Blick drängt sich nun die Frage auf, warum Brustimplantate mit aufgerauter Oberfläche dann überhaupt noch verwendet werden. Die Antwort ist simpel: Weil aufgeraute Implantate nicht nur "schlecht" sind. Tatsächlich birgt diese Implantat-Art auch viele Vorteile. Durch die spezielle, aufgeraute Oberfläche werden die Implantate beispielsweise vom Körper besser angenommen. Der Fremdkörper wächst besser mit dem umgebenden Bindegewebe zusammen. Dadurch sinkt das Risiko einer Kapselfibrose - der Nr 1. unter den möglichen Komplikationen einer Brust-OP. Gleichzeitig steigt aber eben auch das Risiko für BIA-ALCL. Eine Abwägung der Risiken ist also essentiell.

Wie groß ist das Risiko?

Das Risiko für eine Lymphom-Erkrankung einschätzen zu können ist für den Laien freilich nicht leicht. Das Risiko, diese Krankheit zu entwickeln, liegt laut neuesten Erkenntnissen bei 0,003 bis 0,0003%. Im Vergleich dazu: die durchschnittliche Frau entwickelt mit einer Wahrscheinlichkeit von 12,5% in ihrem Leben Brustkrebs (Ghali, 2019).

Die ausdrückliche Empfehlung der ExpertInnen ist es, die Brustimplantate nicht bloß aus Angst vor einer Krebserkrankung entfernen zu lassen. Die klassischen Risiken eines chirurgischen Eingriffs sind nämlich bei weitem größer als das Krebsrisiko selbst. Wenn Sie meine Blogposts öfter lesen, dann wissen Sie, dass diese klassischen Risiken bei einer OP in der Regel sehr gering sind. Der Vergleich zeigt also, wie klein das Risiko, durch Brustimplantate ein Lymphom zu bekommen, wirklich ist.

Lypmhom durch Implantate - Was nun?

Was aber, wenn man eben doch 1 von 30.000 betroffenen Frauen ist? Selbst wenn der unwahrscheinliche Fall eintreten sollte, ist noch nicht Hopfen und Malz verloren. BIA-ALCL lässt sich tatsächlich sehr gut behandeln. In den meisten Fällen kann das Lmyphom durch eine Entfernung des Brustimplantats und der umgebenden Kapsel vollständig geheilt werden. Das Risiko, an BIA-ALCL zu erkranken und nach drei Jahren nicht vollständig symptomfrei zu sein, liegt bei nur 0,0002%.

Anhand der Zahlen wird also deutlich, wie gering das Risiko tatsächlich ist. Durch die Panikmache der Medien haben die aufgerauten Implantate einen unverdient schlechten Ruf bekommen. Wer sich für eine Brust-OP mit Implantaten interessiert, sollte auf das Fachwissen von ExpertInnen und der/des behandelnden Chirurgin/Chirugen vertrauen.

Quellen:

www.krebsinformationsdienst.de/fachkreise/nachrichten/2018/fk15-brustimplantate-krebsrisiko-seltenes-Lymphom.php (Zugriff am 13.08.2019).

Ghali, Shadi: An update on BIA-ALCL. In: The PMFA Journal, 06/07 2019, 6(5).